LOMIR SINGEN
Der Wiener Jüdische Chor - Ein in seiner Art einmaliges Projekt der Integration verbindet verschiedene Welten mit Musik.
Der Wiener Jüdische Chor gab eines seiner Konzerte und das
Gemeindezentrum der jüdischen Gemeinde in Wien platzte
förmlich aus allen Nähten. Chorleiter Roman Grinberg gab
den Conferencier und gewann durch seine bewährte Erzählkunst
unterhaltsam das Publikum. Eine kleine Verspätung am Beginn
war schnell vergessen, die israelischen und jiddischen Lieder
fanden ein beeindrucktes, teilweise verzücktes Publikum.
Der Klangkörper der über 30 Personen gewann in den letzten
15 Jahren an Volumen und Tiefe, soviel war an diesem Abend
auszumachen.
Der Stamm des Chores ist über ein Jahrzehnt zusammen,
Wechsel und Ergänzungen taten scheinbar gut. Die Aufbauarbeit
von Lev Vernik wird durch den Vollblutmusiker Roman Grinberg
mit Verve fortgesetzt.
Verstärkt wurde das Chor durch die grandiosen Belzer-Sisters,
die immer wieder ihr Publikum zu begeistern wissen. Gekrönt wurde
das Konzert durch die "Shevtshenkos", einem Familienunternehmen
mit Akoordeon-spielenden Vater und zweier entzückender Töchter,
die durch Gesang und Tanz die Zuhörer zu Beifallsstürmen brachten.
Die Solisten des Chores wussten insgesamt zu überzeugen, es wäre
ungerecht, hier jemanden besonders herauszuheben. Die Mehrheit Frauen,
Juden und Nichtjuden, und sogar ein Kurde lassen jüdische Kultur in Wien
in einem besonders hellen Licht erscheinen.
Laut Selbstdarstellung "Singen im Chor viele, für die Wien ihre zweite
oder dritte Heimat ist, die aus den Nachbarländern kommen oder aber
ihre Jugend in Israel verbracht haben. Mit ihnen gemeinsam, Wienerinnen
und Wiener, die sich in diesem kulturellen Umfeld wohl fühlen.
Allen gemeinsam ist die Liebe zur jüdischen Musik, zum jüdischen
Gesang und zum jüdischen Volk. Dies ist spürbar und hebt den
Wiener Jüdischen Chor deutlich ab von anderen »Nicht-Profi«-Chören,
da beim Singen das Herz im Takt mitschlägt."
Die Stadt Wien und der Republik Österreich stünde es gut zu Gesicht, diese
Gesangstruppe
ab und zu an die rot-weiss-rote Brust zu drücken.